Gäbe es eine Rangliste jener Publikationen, die in einer Arztpraxis am unverzichtbarsten sind, verdiente dieses Buch einen der vordersten Plätze:
Weil es so wichtig ist, weil es so anders ist, weil es thematisiert, was ärztlicher Alltag ist und doch in Aus- und Weiterbildung sträflich unterschätzt wird. Es geht um die nutzbringende, aggressionsfreie Kommunikation zwischen Patienten und medizinischem Team. Die Grundlagen der „Gesprächs-Art" werden höchst kompetent von renommierten „Mundwerkern" mit großer Erfahrung in der medizinischen Kommunikation verständlich und lesenswert dargestellt.
Jeder Arzt kennt sie, die „schwierigen" Patienten, die die Arbeitsfreude trüben und die von Unsachlichkeit zu Unvernunft und bis zu Unverschämtheit pendeln. Was tun? Resignieren? Zurechtweisen? Oder sie verstehen und neue Zugangswege auch zum „schwierigen Patienten" finden? Die imponierend klare Darlegung in diesem Buche öffnet die Augen. Und den Mund. Die sprechende Medizin wird immer wichtiger. Aber verbale Missverständnisse bergen weitaus größere Gefahren von unbeabsichtigten Nebenwirkungen. Sie bewirken gleichsam intellektuelle und emotionale Allergien zwischen den Kommunikationspartner, die aber so sehr auf Verständnis angewiesen sind.
Leicht wird so aus dem verständnisbereiten Patienten ein schwieriger Patient, der allen das Leben, das Wirken und das Genesen so schwer macht. Wie verhindert man Kommunikationsfehler in diesem Bereich? Eine Fundgrube praxisnaher, einleuchtender, nachahmenswerter Empfehlungen öffnen der erfahrene Kommunikationsexperte Joachim Sandner (FORTHE) und das Psychiatrie-Urgestein Professor Volker Faust (Ravensburg) hier. Beispiele von Kommunikationssünden aus dem medizinischen Alltag führen zum Wiedererkennen von eigenen „schwierigen Patienten" und bekannten (aber nicht ausreichend beachteten) Alltagssituationen. In einem gesonderten Abschnitt wird dann auf spezielle gesprächsrelevante Besonderheiten bei 62 (!) „psychischen" Störungsbildern hingewiesen. Schon das ist eine imponierende Sammlung. Gestresste Ärzte oder Therapeuten, medizinisches Fachpersonal, aber auch nichtmedizinische Gesprächspartner in der Betreuungshierarchie profitieren vom dargelegten Erfahrungsschatz im Umgang mit Patienten. Ihnen wird kein Zerrspiegel vorgehalten, sie werden nicht wegen ihrer kommunikativen Defizite diffamiert, sie erhalten aber eine Vielzahl konkreter, machbarer Empfehlungen für den täglichen schwierigen Umgang mit Patenten, die bei der entsprechenden Gesprächsgestaltung nicht zu schwierigen Patienten werden. „Schwieriger Patient" ist keine Diagnose - es ist oft eine intellektuelle Infektion von Nicht-Wissen und Nicht-Wollen!
„Gesprächs-Art" verhütet Gesprächs-Artefakte in der Praxis und lehrt verstehen, um das Missverstehen zu vermeiden. Das Buch reduziert die Gefahr, dass schwierige Patienten auf schwierige Mediziner treffen.
Dr. med. Dolf Künzel, Bergfelde, 2010
Rezension „Faust, Sandner - Gesprächs-Art"
Das von Prof. Dr. med. Volker Faust, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie und Dipl.-Kfm. Joachim Sandner, einem langjährigen Experten für Kommunikation im Gesundheitswesen vorgelegte Werk „Gesprächs-Art" widmet sich einem Thema, das für alle, die als Ärzte, Arzthelferinnen, Krankenschwestern und anderes Medizinisches Personal von Interesse ist, nämlich der Kommunikation mit dem Patienten. In einem von ständigem Zeitdruck und Formalismen geprägten Verhältnis zwischen Arzt und medizinischem Personal einerseits und Patienten andererseits kommt einer effektiven Kommunikation eine grundlegende Bedeutung zu. Nur wenn Arzt und Mitarbeiter die Grundregeln der Kommunikation beherrschen und sich in die Lage des hilfesuchenden Patienten versetzen können kann eine vertrauensvolle Beziehung zwischen den beiden Parteien aufgebaut werden. Die aber ist eine wesentliche Vorraussetzung für eine „erfolgreiche" Therapie. Ein besonderes Problem ist die Tatsache, dass viele der Patienten durch die Printmedien und insbesondere durch das Internet über Ihre Gesundheitsprobleme, die sie zum Arzt führen informiert, in vielen Fällen aber auch fehlinformiert. Sie kommen mit bestimmten Erwartungen in die Praxis und sind enttäuscht, wenn diese nicht erfüllt werden (können) und schnell wird aus dem normalen, angepassten Patienten, ein „schwieriger" Patient.
Die Patienten erwarten außer einer fachgerechten Behandlung auch das Gespräch mit dem Arzt. Das zeigt das Ergebnis einer Umfrage des Instituts EMNID (Erforschung der öffentlichen Meinung, Marktforschung, Nachrichten, Informationen, Dienstleistungen). Danach wünschen sich 97% der Befragten Deutschen, dass das Gespräch zwischen Arzt und Patient wieder mehr in den Vordergrund der Behandlung treten soll.
Arzt und Praxispersonal sind in der Regel überfordert, weil sie den richtigen Umgang mit normalen und insbesondere „schwierigen" Patienten nie gelernt haben. Das vorliegende Buch soll hier Abhilfe schaffen. Es vermittelt einerseits einen hervorragenden Überblick über die Grundlagen der Kommunikation andererseits bietet es einen umfassende Darstellung relevanter Störungsbilder aus dem seelischen und psychosozialen Bereich.
Der Abschnitt „Kommunikation" behandelt u.a. die Themen Stellenwert der Kommunikation in der Arztpraxis; Was macht den Patienten zu „schwierigen" Patienten; Konsequenzen misslungener Kommunikation; Grundlagen der Kommunikation (Sender-Empfänger, Störquellen, Filter, Grundrechte der Patienten, Sachebene/Beziehungsebene); und Rahmenbedingungen für ein erfolgreiches Gespräch mit Patienten.
Zu den einzelnen Themen des Abschnitts Kommunikation steht zur Vertiefung ein umfassendes Literaturverzeichnis zur Verfügung.
Der klinische Abschnitt umfasst 62 verschiedene Störungsbilder, mit denen der behandelnde Arzt und sein Personal häufig konfrontiert werden. Sie bieten dem Leser umfangreiche Informationen über die Störungen aus dem seelischen und psychosozialen Bereich. Es sind dies in alphabetischer Reihenfolge: Altersbedingte Störungen, Aggressionen bei psychischen Störungen, Alkoholkrankheit, Alzheimer-Krankheit, Amok, Angststörungen, Anorexia nervosa, Anpassungsstörungen, Arbeitsplatz und psychische Störungen (Mobbing), Asperger-Syndrom (eine Autismus-Spektrum-Störung), Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bzw. Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADS) im Erwachsenenalter, Beruhigungs- und Schlafmittelabhängigkeit, Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS), Burnout- Syndrom, Chronische Schmerzen ohne organische Ursache, Coffeinismus, Depressionen, Depressive Dauer-Verstimmung (Dysthymia), Dermatozoen-Wahn, Dissoziative Identitätsstörung – Multiple Persönlichkeitsstörung, Dysmorphophobie, körperdysmorphe Störung oder Entstellungs-Syndrom, Epilepsie und seelische Störungen, Fibromyalgie: Chronische Schmerzen im Bereich der Muskeln und Gelenke, Folter und ihre Folgen, Haut und seelische Störungen, Hypochondrie, Hysterie, Innere Kündigung , Kaufzwang, Klimakterium und psychosoziale Folgen, Krankhafte Essgelüste (Pica), Manie, Medikamenten-Abhängigkeit, Münchhausen-Syndrom (selbstschädigendes Verhalten), Multiple chemische Sensitivität (MCS), Narzissmus, Obdachlosigkeit (Wohnungslosigkeit), Panikattacken, Persönlichkeitsstörungen, Antisoziale/dissoziale Persönlichkeitsstörungen, Paranoide (wahnhafte) Persönlichkeitsstörungen, Schizoide Persönlichkeitsstörung, Schizotypische Persönlichkeitsstörungen, Selbstunsichere und ängstlich-vermeidende, Persönlichkeitsstörungen, Posttraumatische Belastungsstörung, Rauschdrogen-Abhängigkeit, Schädel-Hirntrauma und seelische Folgen, Schizophrenie, Schlafstörungen: Schlafwandeln, Schmerzmittel-Abhängigkeit, Schwerhörigkeit, Schwindel aus psychiatrischer Sicht, Sehbehinderung und Blindheit, Selbstverletzendes Verhalten, Simulations-Verdacht (Vortäuschung einer Gesundheitsstörung), Sozialphobie, Stalking, Suizid, Suizidgefahr, Suizidalität des älteren Menschen, Tagesmüdigkeit, Tics, Tinnitus (Ohrgeräusche), Tourette-Syndrom, Tremor (Zittern) und seelische Störungen, Vermüllungssyndrom, Wahnhafte Störungen, Wetter, Klima und seelische Störungen, Zähne und seelische Störungen sowie Zwangsstörungen – Zwangskrankheiten – Zwangsneurose.
Im zweiten Abschnitt wurde von den Autoren darauf verzichtet, jedem einzelnen der bisweilen kurz gefassten Kapitel ein Literaturverzeichnis anzufügen. Sie empfehlen dagegen die Lektüre der jeweils umfangreicheren Darstellungen dieser Beiträge mit Literaturhinweisen von Prof. Dr. med. Volker Faust: Psychosoziale Gesundheit von Angst bis Zwang. Seelische Störungen erkennen, verstehen, verhindern, behandeln. Sie finden diese Beiträge im Internet unter: www.psychosoziale-gesundheit.net.
In der Zusammenschau von Informationen zur Kommunikation und der Darstellung der psycho-sozialen Störungsbilder stellt „Gesprächs-Art" von Volker Faust und Joachim Sandner ein einzigartiges Nachschlagewerk dar, das in besonderem Maße geeignet ist, das Verhältnis zwischen Arzt, allen fachlich Beteiligten in einer Arztpraxis, einer Ambulanz oder einer Klinikabteilung bzw. Pflegeeinrichtung und Patient zu verbessern. Es sollte in keiner Arztpraxis, Ambulanz oder Klinik fehlen.
Prof. Dr. Hans D. Reuter, Köln, 2010
Dass es sich hier um ein außergewöhnliches Buch handelt, erkennt man bereits, wenn man es in die Hand nimmt und den Titel sieht: Der "schwierige" Patient. Schon der Titel provoziert und fordert den sofort neugierig gewordenen Leser heraus. Selbst wenn ein großer Teil der Ärzte sowie der übrigen Angehörigen der medizinischen Heilberufe davon überzeugt ist, dass es entweder eigentlich keine schwierigen Patienten gibt oder das "man mit schwierigen Patienten schon klar kommt", so liegt klar auf der Hand, dass eine gute Kommunikation eine unabdingbare Voraussetzung für ein gedeihliches und therapeutisch sinnvolles Arzt-Patienten-Verhältnis ist.
Das vorliegende Buch hat sich zur Aufgabe gemacht, beiden Seiten zu helfen, auch wenn es sich inhaltlich ausschließlich an die medizinischen Professionen und hier insbesondere die Ärzte richtet. Es ist ein ungewöhnliches, stellenweise als raffiniert zu bezeichnendes Buch. Eigentlich geht es um Kommunikation, zugleich wird bei der Lektüre aber schnell deutlich, dass vor allem auch gutes Zuhören gelernt sein will. Hierzu gibt es in dem Buch viele praktische und nützliche Ratschläge.
Der Aufbau des Buches ist vergleichsweise einfach und damit sehr deutlich: Im ersten Teil werden wertvolle und nützliche Anleitungen für eine gute, unmissverständliche und einfühlsame Kommunikation gegeben. Vieles, was auch einem erfahrenen Arzt eigentlich klar ist, wird hier auf anschauliche Weise verdeutlicht und hilft, die eigene Kommunikations-Art zu überprüfen und an geeigneten Stellen zu verstärken.
Der überwiegende, zweite Teil des Buches beschäftigt sich mit verschiedenen Störungs- und Krankheitsbildern sowohl aus dem somatischen als auch aus dem psychiatrischen Formenkreis. Jeder Patient ist anders, aber auch jedes Störungsbild ist anders und so müssen sich Ärzte und Pflegepersonal in ihrer Kommunikation auf die individuelle Krankheitssituation eines jeden Patienten neu einstellen. Eine Kommunikationsweise, die bei dem einen Patienten funktioniert, kann bei einem anderen Patienten mit gleicher Symptomatik fehlschlagen. Aber auch ein und derselbe Patient, der mal mit der einen Erkrankung und vielleicht einige Jahre später mit einer anderen Erkrankung in die Praxis oder in das Krankenhaus kommt, braucht eine für sein Störungsbild abgestimmte Kommunikationsweise. Es ist eine spannende Botschaft des Buches, dass nicht nur der Patient als Individuum, sondern auch die Erkrankung als spezifische Störung einer sensiblen und individuell abgestimmten Kommunikation bedürfen. Bei der Lektüre insbesondere dieses zweiten Teils dieses Buches wird schon nach wenigen Seiten klar, dass eine mangelhafte Kommunikation nicht nur den Therapieerfolg gefährden kann, sondern bereits verhindern kann, dass überhaupt die tatsächliche Erkrankung erkannt und die richtige Diagnose zeitnah erstellt wird.
Kommunikation ist das wichtigste Instrument in einer Arztpraxis oder im Krankenhaus. Das vorliegende ungewöhnliche Buch ist ein hervorragender Ratgeber in Sachen guter Kommunikation. Das Buch ist didaktisch sinnvoll aufgebaut, klar gegliedert und das Layout der einzelnen Abschnitte macht das Lesen und Verstehen angenehm und leicht. Das Buch vereinigt in einer bisher nie da gewesenen Weise medizinisches Fachwissen mit Erkenntnissen über gute Kommunikation. Es spricht den Berufseinsteiger genau so an, wie den erfahrenen Mediziner mit vielen Jahren Berufspraxis. Das Buch ist neu, spannend und lehrreich zugleich. Wäre das Buch nicht so groß, würde es sicher jeder immer in der Kitteltasche mit sich führen wollen.
Prof. Dr. M. A. Rothschild, Köln, 2010
Der „schwierige" Patient
Ein Buch über „schwierige" Patienten zu schreiben: Ein Wagnis? Eine Notwendigkeit? Nach der Lektüre dieses umfangreichen Sachbuches und Ratgebers lautet meine Antwort: Beides. Ein Wagnis deshalb, weil jeder, der mit schwierigen Patienten zu tun hat, etwas anderes darunter versteht (schwierige Diagnosen, komplikationsreicher Verlauf, Verhaltensstörungen, fordernde oder uneinsichtige Patienten…). Eine Notwendigkeit, weil in Zeiten sozialer Aufbrüche und Verunsicherungen die partnerschaftliche Beziehung zum Patienten Gefahr läuft, auf der Strecke zu bleiben und durch ökonomische Verwaltung des Objektes Patient nachvollziehbare Frustrationen auf beiden Seiten entstehen. Die Autoren nähern sich der Problematik aus zwei Richtungen: einerseits der syndrombezogenen Beschreibung von Verhaltensweisen („Verhaltensstörungen", besser „herausforderndes Verhalten"), die einem Außenstehenden auffallen und zu Vorurteilen führen können und andererseits dem Versuch, Grundlagen der Kommunikation zum (überwiegend psychosozial) Beeinträchtigten zu finden. Die Autoren zeichnen sich durch Fachkenntnis und Einfühlungsvermögen aus und geben uns einen Einblick aus der „anderen" Sicht, der des Patienten. Das Spektrum von Störungen reicht dabei von „Älteren Patienten" bis zu „Zwangsstörungen", schließt Eßstörungen, Schmerzen, Persönlichkeitsstörungen und Depressionen ebenso ein wie Fibromyalgie und „Multiple chemische Sensitivität". Und das alles aus der Sicht der Verstehenden, gut oder besser Informierten, ohne besserwisserisch zu sein. Wertvoll auch die Beschreibung von Kommunikationshürden im Gespräch mit dem Patienten, die unbedingt in das Qualitätsmanagement der Praxis aufzunehmen sind.
Das Buch ist zwar in erster Linie für medizinisches Personal gedacht, sollte aber auch von interessierten Laien und Betreuern zu Hand genommen werden. Es ist höchst empfehlenswert, auch deshalb, weil es die eigenen Vorurteile korrigieren kann, wenn man das denn zuläßt.
Um zusammenzufassen: Eine wertvolle Information, ein aus der Praxis hervorgegangener und für die Praxis wertvoller Ratgeber, ein Wegweiser zu mehr Toleranz zum „schwierigen" Patienten", oder, um mit den Autoren zu sprechen: „Es gibt keine schwierigen Patienten, es gibt nur schwierige Situationen, insbesondere Therapeut-Patienten-Konstellationen."
Prof. Dr. med. Diethard Müller, Ilmenau, 2010
Gute Kommunikation hilft heilen.
Guter Umgang mit Patienten in Arzt-Praxis und Klinik eine noch häufig unter
schätzte, aber lösbare Aufgabe.
Wenn Kinder in die Pubertät kommen, so sagt man, dann sei das die Zeit, in der die Eltern schwierig würden! Wenn Patienten sich nicht geräuschlos in den Praxis- oder Krankenhausbetrieb einfügen, bezeichnet man sie auch schnell als schwierig. Ein Dauerbrenner in der Betriebsführung solcher Einrichtungen, der mit der zunehmenden Emanzipierung des Patienten, dem sog. „mündigen", an Brisanz gewinnt und daher, den beiden Autoren sei es gedankt, auch in den Fokus professioneller Aufmerksamkeit gestellt gehört. Denn der gute Umgang mit Patienten kann nicht nur Konflikte und deren nicht geringe Folgekosten vermeiden, sondern, besser noch, heilen helfen.
Oft sind die Patienten in Wahrheit gar nicht schwierig, sondern werden es nur durch ungeeigneten Umgang, mangelnde Achtsamkeit und schlechtes Zeitmanagement. Das läßt sich auf der Grundlage der Erkenntnisse der Kommunikationswissen-schaften durch praktische Maßnahmen und Vorgehensweise gut und sicher vermeiden(Teil 1).
Manchmal sind Patienten aber wirklich schwierig, weil sie mit einem zunächst nicht eindeutig erkannten Störungsbild in der Praxis oder Station erscheinen. Von solchen gibt es die Fülle, wie die 62 Krankheitsbeschreibungen dieses Kompendiums aufzeigen. Und je schneller und besser Ärzte, Pflegekräfte und Praxispersonal sie zuordnen kann, umso effizienter, zielgerichteter und erfolgreicher sind Betreuung und Behandlung zu organisieren (Teil 2).
Wenn beides gelingt, den allgemeinen Umgang mit den Patienten zu optimieren und komplexe Störungsbilder früh und zutreffend einzuordnen, geht es allen besser, zuerst dem Patienten, dann aber auch den Ärzten, Praxis- und Pflegepersonal und es entsteht ein heilsames Klima.
So ist dieses Kompendium auch in gut verständlicher Sprache und terminologischer Ausdrucksweise für alle am und mit den Patienten arbeitenden Mitarbeiter in Praxis und Klinik geschrieben und ihrer Fortbildung gewidmet. Es gibt im ersten Teil einen praxisnahen Überblick über die Grundlagen guter Kommunikation und gibt viele nützliche Hinweise, Handlungsempfehlungen und Instrumente an die Hand.
Im zweiten sehr viel umfangreicheren Teil wird dem professionellen Nutzer in Praxis und Klinik, sei es nun Arzt, Schwester oder Arzthelferin, ein grafisch und inhaltlich gut gestaltetes, fachlich umfassendes und präzises Nachlagewerk einschlägiger Störungsbilder und deren Erscheinungsformen zur Verfügung gestellt. Es bietet sich zu selektiver und schneller Lektüre an und wird großen Nutzen stiften, weil schnell zu finden und zu verstehen ist, was gerade gebraucht wird. So schließt das Werk insgesamt eine Lücke in der einschlägigen Fachliteratur, das vermuten läßt, daß es nicht in den Regalen verstaubt, sondern gut in Gebrauch genommen wird.
Unter den Anspruch "Gesprächs-Art" gestellt, ist diesem Ratgeber überdies zu wünschen, daß er den engagierten Mitarbeitern in den Praxen und Kliniken dazu verhilft, Ihren Dienst am kranken Menschen so zu gestalten, daß sie ihn als etwas sehr gut Gekonntes, also kunstvoll ausüben.
Karl Ferdinand Prinz von Thurn und Taxis, Rheinbach, 2010
Als ich gebeten wurde, eine kurze Rezension über das Praxishandbuch „Der schwierige Patient" zu schreiben, habe ich nur zu gern zugestimmt.
Insbesondere schon deshalb, weil ich mich des Eindruckes nicht erwehren kann, dass sich an manchen Tagen alle „schwierigen" Patienten Hamburgs in meiner hausärztlichen Praxis versammeln, was dann regelmäßig eine gewisse Ratlosigkeit hinterließ.
Als ich das Buch das erste Mal in der Hand hielt, war mein erster Gedanke: „Wieder so ein Handbuch, das so schwer ist, dass man es kaum in die Hand nehmen kann und für ein schnelles Nachschlagen viel zu umfangreich".
Doch musste ich mich beim Lesen schnell eines Besseren belehren lassen.
Allein schon das ausgesprochen umfangreiche Stichwortregister mit 61 Seiten war beeindruckend und führte entgegen meiner ersten Annahme dazu, dass man sich außerordentlich schnell darin zurechtfindet und es sich gerade auch, in der regelmäßig sehr hektischen Hausarztpraxis, sehr gut für ein schnelles Nachschlagen eignet.
Das ist umso wichtiger, da es vom Inhalt her keine Wünsche offen lässt und hält, was der Titel verspricht. Seien es die kommunikationstheoretischen Grundlagen, die uns in Sachen Kommunikation, wenn überhaupt, nur „autodidaktisch" geschulten Ärzten so manches „Aha-Erlebnis" bescheren dürften.
Seien es die fein herausgearbeiteten Unterschiede zwischen der depressiven Pseudo-Demenz und der Alzheimer-Demenz, seien es die unterschiedlichen Stalker-Typen oder die Ausführungen zu sozialer Phobie, Anpassungsstörungen, Dogen-Abhängigkeit, Mobbing, Burnout, Panik-Attacken u.v.m., bei fast jedem Kapitel fällt mir mindestens ein konkreter Patient ein.
Insgesamt handelt es sich bei dem vorliegenden Handbuch um eine außerordentlich gelungene und übersichtliche Kombination von Kommunikationsansätzen und einer kompletten Synopse psychiatrischer und psychosomatischer Krankheitsbilder. Damit bildet es mehr als 50 Prozent meines Praxisalltages fast „eins zu eins" ab und das führt dazu, dass das Praxishandbuch: Der „schwierige" Patient einen herausgehobenen Platz auf meinem Praxisschreibtisch erhält.
Dr. med. Peter Jakob, Hamburg, 2010
Kommentar zum Buch 'Der schwierige Patient':
Man könnte meinen, dass zu diesem Thema ausreichend Literatur vorhanden ist. Mitnichten.
Das Werk 'Gesprächs-Art' ist eine notwendige Ergänzung:
Die Ausführungen zur Kommunikation beschränken sich auf die Kommunikationsmodelle, die zielführend sind.
Die ungeschminkte Darstellung der Verhältnisse in Praxis und Klinik für Ärzte und Mitarbeiter, sowie die Erwartungen der Patienten und ihre erlebte Realität zeigen, durch welche Schwierigkeiten gelingende Kommunikation belastet wird.
Durch Fragebögen, Listen und Handlungsanweisungen wird das Nachschlagewerk praxistauglich.
Prof. Faust und Joachim Sandner haben die Kommunikation mit dem schwierigen Patienten auf den Punkt gebracht.
Hubertus Rosenkranz, Baden-Baden, 2010